Wasserwechsel im Aquarium – Warum wie oft und wieviel Wasser sollte gewechselt werden?

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Wasserwechsel im Aquarium – Warum wie oft und wieviel Wasser sollte gewechselt werden? 2018-09-12T12:38:49+02:00
Wasserwechsel leicht gemacht

Wasserwechsel im Aquarium

Der Wasserwechsel im Aquarium – oder besser gesagt der Teilwasserwechsel ist die aufwendigste und gleichzeitig wichtigste Aufgabe, die der Aquarianer zu erledigen hat. Das regelmäßige Wechseln des Aquariumwassers trägt zur Gesunderhalterung der Fische bei und vermeidet übermäßiges Algenwachstum. In diesem Artikel wird geklärt, warum, wie häufig, und vor allem wie der Wasserwechsel im Aquarium durchgeführt wird.

Schadstoffkreislauf im Aquarium

Warum ist der Wasserwechsel im Aquarium nötig?

In der Aquaristik wird häufig von einem „Biologischen Kreislauf“ im Aquarium gesprochen. In diesem Kreislauf wird der bakterielle Abbauprozess von biologischen Abfällen zu dem Endprodukt Nitrat (NO3) beschrieben. Ab hier muss der Aquarianer in diesen Prozess eingreifen. Das geschieht durch Verdünnung mit Frischwasser – dem Teilwasserwechsel. Aus diesem Grund gibt es einen wirklichen biologischen Kreislauf nur in der Natur, wo weder von Menschenhand gefüttert, noch Wasser ausgetauscht wird.

Die Hauptgründe für den Wasserwechsel im Aquarium:

  • Verdünnung des Endproduktes Nitrat
  • Reduzierung der Keimdichte
  • Zubringen von verbrauchten Mineralien
  • Verdünnung von Gerbstoffen die durch Wurzeln und andere Holzgegenstände in das Aquarium gelangen

Wird der Teilwasserwechsel nicht Regelmäßig durchgeführt, werden die Fische durch die steigende Wasserbelastung und den hohen Keimdruck stark gestresst, was das Immunsystem schwächt und die Fische, vor allem für parasitäre Krankheiten, wie z.B. der Weißpünktchenkrankheit, anfällig macht. Ebenfalls ist in Aquarien mit hoher Wasserbelastung eine Algenplage fast vorprogrammiert.

Nähere Informationen über

Schadstoffabbau im Aquarium

Wie häufig sollte das Aquariumwasser gewechselt werden?

Wie häufig der Teilwasserwechsel durchgeführt werden sollte ist von vielen Faktoren abhängig.

  • Der Besatzdichte im Aquarium
  • Der Größe des Beckens
  • Der Anzahl an Pflanzen
  • Der Größe der Fische, die gehalten werden
  • Der Leistung und dem Volumen des Filters

Generell sollte darauf geachtet werden, dass die Wasserwerte bei dem Teilwasserwechsel nicht zu stark schwanken. Das stresst die Fische und führt häufig zum „abschleimen„. Wird der Wasserwechsel wöchentlich durchgeführt, halten sich die Unterschiede der Wasserwerte, zwischen dem Frischwasser und dem Aquariumwasser, in Grenzen.

Wasserwechsel im Aquarium

Wasserwechsel im Aquarium – Wie viel Wasser sollte ausgewechselt werden?

Pro Woche sollten mindesten 50% des Aquariumwassers ausgetauscht werden. Dies kann der Aquarianer mit 2 Durchgängen mit jeweils 30%, oder einem Durchgang von 50% durchführen. Da das Wasser nur verdünnt wird, sollte pro Wechsel nicht weniger als 30% des Beckeninhaltes ausgetauscht werden. Über 50% sollten nur auf einmal ausgetauscht werden, wenn die Fische Vergiftungserscheinungen anzeigen. In diesem Fall sollten 90% des Wassers ausgetauscht werden.

Aquariumscheibe reinigen, Wasserwechsel im Aquarium

Reinigungsarbeiten sollten gemeinsam mit dem Wasserwechsel im Aquarium durchgeführt werden

Da jedes Eingreifen in das Aquarium Stress für dessen Bewohner bedeutet, sollten Pflege- und Reinigungsarbeiten immer zusammen mit dem Wasserwechsel durchgeführt werden. So wird der, von der Aquariumscheibe entfernte Biofilm und aufgewirbelter Dreck, beim Wasserabsaugen gleich mit aus dem Aquarium entfernt. Tote Fische sollten selbstverständlich sofort aus dem Aquarium entfernt werden und nicht erst bei dem nächsten Wasserwechsel.

Der Teilwasserwechsel im Aquarium – Die Durchführung

Pflanzenreste entfernen, Wasserwechsel im Aquarium

Wasserwechsel Schritt 1: Abgestorbene und im Wasser treibende Pflanzenteile entfernen

Abgestorbene und faulende Pflanzenreste belasten, zusätzlich zu den Ausscheidungen der Fische, das Wasser und sollten daher regelmäßig entfernt werden. Dies geht am einfachsten mit einem Aquariumgreifer, einer Pflanzenschere und einem kleinen Kescher.

Wasserwechsel Schritt 2: Die Aquariumscheiben Reinigen

Zur Reinigung der Scheiben eignen sich Reinigungsmagnete und Grobporiger Filterschwamm. Bei der Verwendung von Magneten sollte beachtet werden, dass sich diese, je nach Größe, sehr stark anziehen und heftig zusammenknallen können (Quetschgefahr !). Sie sollten an der Aquariumscheibe langsam zusammengeführt werden. Hartnäckige Algen können mit einer Klinge entfernt werden. Hierbei ist darauf zu achten die Silikonnähte im Aquarium nicht zu beschädigen.

Wasserwechsel im Aquarim

Wasserwechsel Schritt 3: Die Technik abschalten

Bevor das Wasser abgelassen wird, ist es wichtig den Heizstab und den Aquariumfilter abzuschalten. Wird dies vergessen, kann der Heizstab überhitzen und der Filter trocken laufen. Der Filter sollte nach dem Wasserwechsel so schnell wie möglich wieder eingeschaltet werden, da die Filterbakterien unter Ausschluss von Sauerstoff schnell absterben. Aquarianer, die ein Filterbecken betreiben, können dieses einfach im Kurzschlussbetrieb weiter laufen lassen.

  • Wasserwechsel Bodengrund absaugen

Wasserwechsel Schritt 4: Den Bodengrund absaugen

Der Bodengrund sollte ordentlich abgesaugt werden. Dabei ist es wichtig nicht nur die oberflächigen Ausscheidungen und Futterreste abzusaugen, sondern speziell auf eventuell vorhandene Faulstellen im Bodengrund zu achten. Faulgase kann man erkennen wenn man mit einer Pinzette durch den Bodengrund geht und Blasen aufsteigen. Auch sollte an dem abgesaugten Wasser „gerochen“ werden. Riecht es nach faulen Eiern, muss der Aquarianer doppelt gründlich vorgehen. Zum reinigen des Bodengrundes werden verschiedene Systeme im Fachhandel angeboten. Bei den meisten wird das Wasser in Eimern gesammelt. Einige wie das JBL Aqua In-Out  leiten das abgesaugte Wasser direkt in die Abwasserleitung bzw. das Waschbecken.

Wasserwechsel mit Schlauch und Pumpe

Wasserwechsel Schritt 5: Das Wasser ablassen

Ist der Bodengrund gereinigt kann das Restliche Wasser mit Hilfe eines Schlauches bis auf 50% des Aquariuminhaltes abgesaugt werden. Dabei empfiehlt es sich eine Aquariumpumpe an den Schlauch zu hängen. Diese erhöht den Schlauchdurchfluss und beschleunigt das Entleeren des Aquariums. Ein weiterer Vorteil der Pumpe ist, dass kein Wasser mehr mit dem Mund angesaugt werden muss.

Wasserwechsel - Becken auffüllen

Wasserwechsel Schritt 6: Das Becken wieder auffüllen

Die Temperatur des Frischwassers sollte in etwa die gleiche Temperatur des Aquariumwassers haben, um die Fische nicht unnötig zu stressen. Solange die Wasserleitungen im Haus nicht aus Kupfer bestehen, ist es kein Problem das Aquarium mit temperierten Leitungswasser zu befüllen. Sollte es sich im Kupferleitungen handeln muss mit kaltem Wasser aufgefüllt werden, oder aber das Leitungswasser wird über einen Kohlefilter  gefiltert. Je nach Größe des Aquariums kann das Wasser mit Hilfe einer Gießkanne oder mit einem Schlauch über den Wasserhahn aufgefüllt werden. Wer über den Wasserhahn auffüllt sollte den Hahn nicht ganz aufdrehen, da durch zu hohen Druck Gasblasen entstehen, die sich überall im Aquarium und im schlimmsten Fall auf den Schleimhäuten der Fische absetzen.

!!!! Die Pumpe und den Heizstab wieder einschalten !!!

Dies sollte unter keinen Umständen vergessen werden. Wird die Technik nach dem Wasserwechsel im Aquarium nicht wieder eingeschaltet, wird das Becken relativ schnell auf Raumtemperatut abkühlen und die Bakterien im Filter werden aufgrund fehlender Sauerstoffversorgung absterben. Dieser muss dann komplett gereinigt und wieder eingefahren werden was auf jeden Fall vermieden werden sollte.

Wasserwechsel im Aquarium – Das komplette Video

Zusammenfassung Wasserwechsel im Aquarium

  • Bei dem Wasserwechsel handelt es sich streng genommen um einen Teilwasserwechsel
  • Der Wasserwechsel ist nötig im Giftstoffe und Keime im Aquarium zu verdünnen
  • Es sollten pro Woche 50% des Wassers gewechselt werden
  • Reinigungsarbeiten und Pflanzenpflege sollten gemeinsam mit dem Wasserwechsel durchgeführt werden
  • Wenn das Aquarium gereinigt ist, wird die Technik abgeschaltet um Schäden zu vermeiden
  • Jetzt wird der Bodengrund mit einer Mulmglocke gründlich abgesaugt, dabei ist auf Faulstellen zu achten
  • Ist der Bodengrund sauber kann das restliche Wasser abgesaugt werden. Mit einer Pumpe geht es wesentlich schneller
  • Nun kann das Aquarium mit temperierten Leitungswasser aufgefüllt werden. Wasseraufbereiter oder Kohlefilter sind nur in Haushalten mit Kupferleitungen nötig
  • Nach dem Wasserwechsel das Einschalten der Technik nicht vergessen!!!

Verwendetes Zubehör für den Wasserwechsel im Aquarium