Quarantäne in der Aquaristik

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Quarantäne in der Aquaristik 2018-09-04T13:10:46+00:00
Quarantäne in der Aquaristk

Warum sollte eine Quarantäne durchgeführt werden?

In der Aquaristik verfolgt die Quarantäne mehrere Ziele:

  1. Den Fischbestand im Aquarium vor einem Krankheitsausbruch durch das Einsetzen neuer Tiere zu schützen
  2. Die Isolation erkrankter Tiere, um eine Ausbreitung der Krankheit zu vermeiden.
  3. Das Aufpäppeln geschwächter und gestressten Fischen.
  4. Das abtöten von Parasiten und Krankheitserregern auf neu erworbenen Pflanzen.

Quarantäne beim Einsetzen neuer Tiere:

Bevor neu erworbene Fische zu dem Altbestand in das Aquarium gesetzt werden, sollten sie für mehrere Wochen in einem Quarantänebecken gehalten werden. Bei der Vorgehensweise ist der Abschnitt „Durchführung der Quarantänehaltung“ weiter unten im Text zu beachten. Auch wenn die Fische im Aquarium beim Händler nach gründlicher Beobachtung kern Gesund zu seien scheinen, heißt das noch lange nicht, dass sie nicht einen Erreger oder Parasiten in sich tragen, gegen den sie immun oder resistent sind. In einem eingefahrenen und gepflegten Aquarium stellt sich ein Gleichgewicht zwischen vorhandenen Keimdruck und dem Immunsystem der Fische ein. Jeder Eingriff in das System Aquarium (z.B. das Einsetzen neuer Fische), kann dieses Gleichgewicht durcheinander bringen und eine Krankheit ausbrechen lassen.

Quarantäne zur Isolation erkrankter Fische:

Entdeckt der Aquarianer in einem seiner Becken einen erkrankten Fisch, sollte dieser unverzüglich in ein Quarantänebecken gesetzt werden und in dem betroffenen Aquarium ein großer Teilwasserwechsel durchgeführt werden, um den Keimdruck für die verbleibenden Tiere möglichst gering zu halten. Im Quarantäneaquarium kann der betroffene Fisch dann der Krankheit entsprechen behandelt werden.

Geschwächte Fische wieder Aufpäppeln:

Ein Fisch muss nicht unbedingt krank sein um in Quarantäne gehalten zu werden. Oberstes Ziel der Quarantäne und der Fischhaltung sollte immer sein die Tiere gesund zu erhalten. Daher sollten durch Stress und Futtermangel geschwächte Fische in einem Quarantäneaquarium mit besten Wasserbedingungen wieder aufgepäppelt werden, um sie gestärkt wieder zurückführen zu können. In diesem Fall könnte die Quarantäne auch als eine Art Kur für fische bezeichnet werden.

Fische gesund ernähren

Fische füttern

Quarantäne für neu erworbene Pflanzen:

Auch Pflanzen können Erreger und Parasiten in das Aquarium übertragen, daher sollten auch diese einer Quarantäne unterzogen werden. Allerdings kann diese auf 2 Wochen reduziert werden, da die meisten Parasiten ohne Wirt (Fisch) nicht sehr lange überleben können. Die Quarantäne sollte auch dann durchgeführt werden, wenn sich keine Fische in dem Pflanzenbecken beim Händler befinden. Erreger und Keime können auch durch das Hantieren des Personals auf die Pflanzen übertragen werden.

Was für ein Aquarium?

Für die Quarantäne muss nicht zwingend ein Aquarium verwendet werden. Eine Kunststoffbox tut es ebenso. Wichtig ist, das die Größe des Behälters den Anforderungen der Fische, die in Quarantäne gehalten werden sollen, gerecht wird. Die benötigte Ausstattung gleicht der eines normalen Aquariums, also ein eingefahrener Filter und eine Heizung. Um die Fische während der Quarantäne so gut wie möglich beobachten zu können, ist das Becken so spärlich wie möglich einzurichten. Das hilft auch bei der Reinigung des Quarantäneaquariums. Da das Quarantänebecken nicht bepflanzt ist, muss gegebenenfalls mit einem Sprudelstein Sauerstoff zugeführt werden. Das Quarantänebecken sollte nicht direkt neben anderen Aquarien stehen, um eine eventuelle Infektion durch Wasserspritzer zu vermeiden.

Wie lange Quarantäne?

Eine ordnungsgemäße Quarantänehaltung von neu erworbenen Fischen sollte mindestens 5 Wochen dauern. Wird prophylaktisch gegen Krankheiten behandelt sogar noch länger.

Hygiene während der Quarantäne

Alle Hilfsmittel, wie Eimer, Schläuche, Fangnetze usw. die für das Quarantänebecken benötigt werden, dürfen ausschließlich in diesem verwendet werden. Andernfalls wäre die Quarantäne hinfällig. Nach dem hantieren im Quarantänebecken sollten die Hände desinfiziert oder gründlich gewaschen werden.

Durchführung der Quarantäne

Eingewöhnung der Tiere an das Leitungswasser

Stress durch schlechte Haltungsbedingungen vermeiden, da auch dieser zum Ausbruch einer Krankheit führen kann. Während der Eingewöhnung den Fisch genau beobachten um Auffälligkeiten zu erkennen (Verhalten, Futteraufnahme, Kot, Schleimhaut).

Zugabe von Aquariumwasser

Sind nach 1 bis 2 Wochen der Beobachtung keine Auffälligkeiten zu erkennen kann mit der Zugabe von Aquariumwasser aus dem zukünftigen Becken begonnen werden. Die genaue Beobachtung des Fisches wird weiter durchgeführt. Auch hierfür sollten wieder ca. 2 Wochen eingeplant werden.

Prophylaktische Wärmebehandlung

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, unterzieht den Fisch nun eine prophylaktische Wärmebehandlung. Diese sollte langsam durchgeführt werden und nimmt 2 weitere Wochen in Anspruch.

Probefisch einsetzen

Sind bis jetzt keine Auffälligkeiten beobachtet worden, kann ein Probefisch aus dem Altbestand zu dem neuen Fisch gesetzt werden. Nur so lässt sich feststellen ob es zu bakteriellen Unverträglichkeiten zwischen dem Altbestand und den neu erworbenen Tieren kommt. Jetzt gilt es die Tiere weitere 2 Wochen genauestens zu beobachten und bei Bedarf einzugreifen. Geht alles gut, können die Fische in ihrem neuen Zuhause einziehen.