Algen im Aquarium

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Algen im Aquarium 2018-07-21T10:22:37+02:00
Algenarten im Aquarium

Was sind Algen im Aquarium ?

Algen im Aquarium sind je nach Art, ein- oder Mehrzellige, winzige Organismen, die sowohl in ihrem Äußeren, als auch in ihrer Lebensweise (Photosynthese) den Pflanzen sehr ähneln. Jedoch sind nicht alle Algen von Nutzen. Gerade in der Aquaristik werden diese als Last gesehen und oft ist es schwer, sie wieder aus dem Aquarium zu verbannen. Deshalb gilt hier: Vorsorgen ist besser als Nachsorgen. Unter Aquarianern ist der Mythos über ein algenfreies Aquarium sehr umstritten. Und sind wir mal ehrlich, ein völlig algenfreies Aquarium ist kaum bis gar nicht machbar. Selbst dann, wenn man die Beckenhygiene pflegt, werden Algen im Aquarium wachsen, weil ein Wasserwechsel, in dem man 100 % des Wassers auswechselt, nicht funktioniert. Schließlich sind in einem Becken ja auch Bewohner und nicht nur Pflanzen. Jedoch sollte ein Wasserwechsel von ca. 50% wöchentlich erfolgen. Wie dieser durchgeführt werden kann, wird in dem verlinkten Artikel beschrieben: Wasserwechsel im Aquarium

Algenarten im Aquarium und wie man sie bekämpft

Um bei Algenbefall die richtigen Maßnahmen zu ergreifen, sollte bekannt sein, um welche Algenart es sich in dem betroffenen Becken handelt. Denn nur so kannst du diese erfolgreich in den Griff bekommen. Im folgenden werden die 4 häufigsten Algenarten in einem Aquarium erläutert.

  • Kieselalgen findet man oft als Erst-Alge in einem neu angelegten Aquarium. Die Farbe der Alge geht ins Bräunliche, weshalb diese auch oft fälschlicherweise als Braunalge bezeichnet wird. Die Kieselalge wächst als ein schmieriger Film auf dem Bodengrund, den Pflanzen und an den Dekorationsgegenstäden. Die Entfernung erfolgt durch leichtgängiges Abzupfen und Absaugen, da diese nicht so fest anwächst, wie andere Arten, bei denen die Entfernung oft schwieriger und aufwendiger ist
  • Rotalgen findet man oft ebenfalls in einem neu angelegten Becken. Die Färbung hier geht von grau bis schwarz, legt man jedoch die Algenfäden in Alkohol ein, verfärben sich diese Rot. Sie wächst auf Pflanzen und Dekorationsgegenständen. Diese Algenart ist am pinselartigen (feine 'Härchen') oder bartartigen (längliche Fäden, die sich kräuseln) Wuchs erkennbar. Ein einfaches Abzupfen der Auswüchse reicht hier leider nicht aus, auch wenn es optisch erstmal einen guten Eindruck macht. Sollten die Pflanzen befallen sein, müssen diese entsorgt werden. Vorhandene oder auch neu angeschaffte Dekorationsgegenstände (Voraussetzung: Kochfest) sollte gut abgekocht, ausgebürstet, gründlich abgespült und ERST DANN wieder ins Becken eingesetzt werden. Den Bodengrund solltest du, so gut es geht, komplett ersetzen.
  • Fadenalgen kommen aus der Familie der Grünalgen. Neben der Fadenalge gehören z.B. Schwebealgen, Fusselalgen, Pelzalgen, Haaralgen, Staubalgen und grüne Punkt-Algen ebenfalls dazu. Wie es der Name schon sagt ist diese grün und hat die jeweilige Wuchsart, wie eben benannt. Anfangs sind die Fäden sehr weich aber mit zunehmenden Wachstum werden diese fester. Im Wasser schwebende Fäden kannst du mit einem Kescher auflesen. Die festgewachsenen Fäden lassen sich gut mit einer Flaschenbürste oder mit Filterwatte ummantelter Pinzettenspitze aufwickeln.
  • Blaualge ist im Grunde keine Alge, weil sie keinen vollständigen Zellkern hat. Deshalb nennt man diese Cyanobakterien. Zu erkennen sind diese Bakterien an der blaugrünen bis blauschwarzen Färbung und vor allem an dem sehr strengen, fauligen Geruch. Hat man sie einmal in der Hand, hinterlässt diese einen schmierigen Film auf der Haut, warum man sie auch gerne als Schmieralge bezeichnet. Im Becken vorzufinden ist sie auf Deko, Bodengrund und sogar auf Pflanzen. Hier gilt: Ursache für Befall herausfinden und beseitigen. Manuelle Entfernung durch abzupfen und absaugen reicht hier leider nicht aus. Es empfiehlt sich eine Dunkelkur durchzuführen und anschließend kochfeste Deko auszukochen, gründlich abzubürsten, ebenfalls gründlich abzuspülen und erst dann wieder einzusetzen. Pflanzen, welche die Dunkelkur (siehe Dunkelkur) nicht überstanden haben, einfach entsorgen. Anschließend sollte ein sehr großzügiger Wasserwechsel von ca. 75% durchgeführt und der Filter gründlich gereinigt werden.
Algen im Aquarium vorbeugen

Algen im Aquarium vorbeugen

Um gegen die Algen vorzusorgen gibt es einige Punkte, die beachtet werden sollten, wenn du dich für ein Aquarium entscheidet. Habe ich den richtigen Platz zum Aufstellen ausgesucht oder fällt dann möglicherweise die Sonneneinstrahlung direkt auf das Becken? Sicherlich könnte man hier mit einer UV-Schutzfolie arbeiten, die man an die Fenster anbringt, aber das muss jeder für sich selbst individuell entscheiden. Habe ich ausreichende Leuchtmittel mit ausreichender Leuchtdauer und -stärke am Becken angebracht? Wenn die Leuchtmittel zu alt sind oder die Beleuchtungszeit zu kurz oder zu lang eingestellt ist, können die Algen sich blitzschnell vermehren, was allerdings nicht erwünscht ist. Achte bitte darauf, dass du keine zu alten Leuchtmittel benutzt und die Dauer der Beleuchtungszeit richtig einstellst. Eine mögliche Belichtungszeit liegt bei 5 Stunden Beleuchtung, 3-4 Stunden Pause, 5 Stunden Beleuchtung und dann eine Nachtpause. Auch der Filter spielt hier eine große Rolle. Hat der Filter eine gute Filterleistung und ist dieser ausreichend für mein Becken? Auch hier ist auf regelmäßiges Reinigen zu achten ! Aber das Allerwichtigste ist natürlich die Wasserqualität. Achte darauf, dass du wöchentlich einen Wasserwechsel in großem Umfang machst (freischwimmende Pflanzenreste entsorgen, Bodengrund sorgfältig absaugen ggf. Faulstellen beseitigen, Algen von den Gegenständen und Pflanzen abzupfen, tote Tiere sofort entsorgen und nicht wöchentlich ! ) und ebenfalls regelmäßig die Wasserwerte kontrollierst. Zu Hohe Werte an Nitrat, Nitrit, Kieselsäure und Phosphat sind nicht nur förderlich für Algen, sondern sind sehr schädlich für Pflanzen und vor allem für Aquariumbewohner !

Algen im AquariumTiere und Pflanzen zur Vorbeugung von Algen im Aquarium

Neben den, in den Beschreibungen der Algenarten genannten, Maßnahmen gegen und zur Vorsorge gegen Algen kannst du schnellwachsende Pflanzen und auch algenfressende Fische und/oder Wirbellose einsetzen.

Nachstehend aufgeführt einige Empfehlungen.

Schnellwachsende Pflanzen, geeignet für Mittel- und Hintergrund

Schnellwachsende Pflanzen, geeignet für den Vordergrund

Algenfressende Fische und Wirbellose

  • Black Molly = Poecilia sphenops, Größe 6-10 cm, Haltung als Gruppe ab 5 Tiere
  • Guppy = Poecilia retikulata, Größe bis 5cm, Haltung als Gruppe mit mehr Weibchen als Männchen
  • Ceylon-Saugbarbe = Garra ceylonensis, Größe bis 15cm, Haltung als Gruppe ab 7 Tiere
  • Zebrarennschnecke = Vittina coromandeliana, Größe bis 3cm
  • Stahlhelmschnecke/Anthrazit Napfschnecke = Neritina pulligera, Größe bis 3 cm
  • Apfelschnecke = Pomacea bridgesii, Größe bis 6 cm, Haltung nur in großen Becken empfehlenswert